Jammern, Raunzen, Sudern
So, 20. Jul. 2008, 16:30
Dieser Tage scheint mir, dass die Unzufriedenheit vieler Menschen größer ist als normal. „Alles wir teurer und die Politiker streiten nur.“, so der Tenor der Meinungen. Als ob das so was Neues wäre. Aber die Österreicher jammern halt gern. Das sagt auch eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission, im Rahmen derer EU-weit 25.000 Menschen befragt wurden, wie optimistisch sie die Zukunft sehen. 56 % der Österreicher glauben, dass ihr Leben in den nächsten 20 Jahren schlechter werden wird. Damit belegen wir den drittletzten Platz vor Belgien (58 %) und Deutschland (68 %). Dabei geht es uns jetzt im Allgemeinen, verglichen mit früher, viel besser. Warum jammern trotzdem so viele und was sind mögliche Alternativen? Der deutsche Psychotherapeut Roland Kopp-Wichmann hat dazu kürzlich einen Artikel veröffentlicht, aus dem ich Ihnen einige Ideen, ergänzt um meine eigenen Gedanken, vorstellen möchte.
Das Gute am Jammern
Gehen wir zunächst einmal davon aus, dass Jammern einen Sinn hat und uns nützt. Jammern sorgt dafür, dass es uns in einer Situation, in der wir unzufrieden sind, kurzfristig wieder besser geht. Wie geht das? Wenn ich jammere, bin ich plötzlich wichtig. Ich werde von den anderen stärker wahrgenommen und bekomme meist mehr Zuwendung. ICH bin der, um den man sich kümmern soll/muss. Allein die Vorstellung, wie jemand reagieren könnte, wenn ich jammere, bewirkt schon, dass es mir wieder ein wenig besser geht.
Das Schlechte am Jammern
Problematisch wird es, wenn wir das Jammern dauernd dazu einsetzen, um uns besser zu fühlen. Das wichtigste Wort an oben gesagtem ist „kurzfristig“. Langfristig ist Jammern eine schlechte Strategie. Es liefert mich den anderen aus und macht mich abhängig. Das Jammern ist ein ständiges Betteln darum, dass andere mein Selbstbewusstsein stärken. Und wenn die anderen das nicht tun, dann ist das ein guter Grund, noch mehr zu jammern. Ich mache also andere dafür verantwortlich, dass es mir gut geht. Der Nachteil ist, dass jammern nichts ändert. Die Frage ist, kann man immer was ändern?
Wer jammert, braucht nicht zu handeln.
Angenommen, Sie wollen ein Mittagsschläfchen machen und der Nachbar beschließt gerade jetzt, seinen Rasen zu mähen. Jammern ist die einfache Art, damit umzugehen. Es erspart Ihnen das Handeln. Sie beklagen sich über diese Rücksichtslosigkeit. Handeln wäre die aufwändigere, aber bessere Lösung. “Love it, change it or leave it!” lautet dazu eine hilfreiche Weisheit. Finden Sie das Erfreuliche an der Situation, ändern Sie sie (oder sich) oder ziehen Sie sich zurück. Egal, für welche der drei Möglichkeiten Sie sich entscheiden - Sie handeln und übernehmen Verantwortung.
Alles hat seinen Preis
Sie könnten mit dem Bus, dem Auto oder dem Fahrrad ins Büro fahren. Für einen Jammerer warten bei jeder Alternative Ärgernisse. Der Bus ist unpünktlich oder übervoll, das Benzin für das Auto ist teuer, mit dem Fahrrad kommen Sie in den Regen …Wer jammert, will keinen Preis für etwas zahlen. Wenn Sie sich entschließen, mit dem Auto zu fahren, entscheiden Sie sich gleichzeitig - wenn auch nicht immer bewusst - für Staus, Strafzettel, steigende Benzinpreise, hohe Reparaturkosten usw..
Wer jammert, kann sich als Opfer fühlen
Wie immer man eine Entscheidung fällt: Sie kann unangenehme Konsequenzen haben. Diese zu spüren und zu ertragen erfordert menschliche Reife und Selbstverantwortung. Jammerer wollen diese Selbstverantwortung nicht übernehmen. Sie glauben, dass das Leben gerade bei ihnen eine Ausnahme machen sollte und sie fühlen sich als Opfer der Umstände. Der Vorteil dieser Opferrolle: Man ist nie allein und findet Gleichgesinnte. Ich bin in einem Wirtshaus groß geworden und habe das dort oft erlebt: Die Jammerer finden schnell Zustimmung, denn Jammern verbindet und schafft eine wohlige Gemeinschaft mit anderen Menschen, denen es auch „schlecht“ geht. Am Ende des Tages haben alle die Welt verbessert und nichts verändert.
Und wie steht’s mit Ihnen? Wann jammern Sie? Und bleibt’s dabei oder kommen Sie vom Jammern zum Handeln?
Das Gute am Jammern
Gehen wir zunächst einmal davon aus, dass Jammern einen Sinn hat und uns nützt. Jammern sorgt dafür, dass es uns in einer Situation, in der wir unzufrieden sind, kurzfristig wieder besser geht. Wie geht das? Wenn ich jammere, bin ich plötzlich wichtig. Ich werde von den anderen stärker wahrgenommen und bekomme meist mehr Zuwendung. ICH bin der, um den man sich kümmern soll/muss. Allein die Vorstellung, wie jemand reagieren könnte, wenn ich jammere, bewirkt schon, dass es mir wieder ein wenig besser geht.
Das Schlechte am Jammern
Problematisch wird es, wenn wir das Jammern dauernd dazu einsetzen, um uns besser zu fühlen. Das wichtigste Wort an oben gesagtem ist „kurzfristig“. Langfristig ist Jammern eine schlechte Strategie. Es liefert mich den anderen aus und macht mich abhängig. Das Jammern ist ein ständiges Betteln darum, dass andere mein Selbstbewusstsein stärken. Und wenn die anderen das nicht tun, dann ist das ein guter Grund, noch mehr zu jammern. Ich mache also andere dafür verantwortlich, dass es mir gut geht. Der Nachteil ist, dass jammern nichts ändert. Die Frage ist, kann man immer was ändern?
Wer jammert, braucht nicht zu handeln.
Angenommen, Sie wollen ein Mittagsschläfchen machen und der Nachbar beschließt gerade jetzt, seinen Rasen zu mähen. Jammern ist die einfache Art, damit umzugehen. Es erspart Ihnen das Handeln. Sie beklagen sich über diese Rücksichtslosigkeit. Handeln wäre die aufwändigere, aber bessere Lösung. “Love it, change it or leave it!” lautet dazu eine hilfreiche Weisheit. Finden Sie das Erfreuliche an der Situation, ändern Sie sie (oder sich) oder ziehen Sie sich zurück. Egal, für welche der drei Möglichkeiten Sie sich entscheiden - Sie handeln und übernehmen Verantwortung.
Alles hat seinen Preis
Sie könnten mit dem Bus, dem Auto oder dem Fahrrad ins Büro fahren. Für einen Jammerer warten bei jeder Alternative Ärgernisse. Der Bus ist unpünktlich oder übervoll, das Benzin für das Auto ist teuer, mit dem Fahrrad kommen Sie in den Regen …Wer jammert, will keinen Preis für etwas zahlen. Wenn Sie sich entschließen, mit dem Auto zu fahren, entscheiden Sie sich gleichzeitig - wenn auch nicht immer bewusst - für Staus, Strafzettel, steigende Benzinpreise, hohe Reparaturkosten usw..
Wer jammert, kann sich als Opfer fühlen
Wie immer man eine Entscheidung fällt: Sie kann unangenehme Konsequenzen haben. Diese zu spüren und zu ertragen erfordert menschliche Reife und Selbstverantwortung. Jammerer wollen diese Selbstverantwortung nicht übernehmen. Sie glauben, dass das Leben gerade bei ihnen eine Ausnahme machen sollte und sie fühlen sich als Opfer der Umstände. Der Vorteil dieser Opferrolle: Man ist nie allein und findet Gleichgesinnte. Ich bin in einem Wirtshaus groß geworden und habe das dort oft erlebt: Die Jammerer finden schnell Zustimmung, denn Jammern verbindet und schafft eine wohlige Gemeinschaft mit anderen Menschen, denen es auch „schlecht“ geht. Am Ende des Tages haben alle die Welt verbessert und nichts verändert.
Und wie steht’s mit Ihnen? Wann jammern Sie? Und bleibt’s dabei oder kommen Sie vom Jammern zum Handeln?
elisabetter,
2008.07.20, 16:49
Ihr Lieben,
danke für eure Zeilen - ich hab mich tatsächlich schon so sehr auf weitere Beiträge von euch gefreut, weil ich sie sehr schätze!!!
Erst neulich habe ich gehört, dass wir Österreicher einen weiteren Gehirnlappen besitzen - den Jammerlappen ;-) Kurzfristig erleichtert Jammern das Befinden, aber nur sehr kurzfristig. Auf Dauer entzieht es uns Energie, es zieht uns im wahrsten Sinne des Wortes hinunter und schwächt uns. Deshalb versuche ich, solche Situationen mit Humor und Augenzwinkern zu betrachten - es gelingt immer öfter :-)
Herz-liche Sommergrüße inkl. Sommerregen und Sonnenschein :-)
Elisabeth
...bereits 410 x angeklickt
danke für eure Zeilen - ich hab mich tatsächlich schon so sehr auf weitere Beiträge von euch gefreut, weil ich sie sehr schätze!!!
Erst neulich habe ich gehört, dass wir Österreicher einen weiteren Gehirnlappen besitzen - den Jammerlappen ;-) Kurzfristig erleichtert Jammern das Befinden, aber nur sehr kurzfristig. Auf Dauer entzieht es uns Energie, es zieht uns im wahrsten Sinne des Wortes hinunter und schwächt uns. Deshalb versuche ich, solche Situationen mit Humor und Augenzwinkern zu betrachten - es gelingt immer öfter :-)
Herz-liche Sommergrüße inkl. Sommerregen und Sonnenschein :-)
Elisabeth